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Jahresbericht 2018

Im Januar 2018 organisierte das Nepal Orthopedic Hospital Kathmandu ein Camp in Jhapa, ganz im Osten Nepals. In 3 Tagen wurden 350 Patienten medikamentös oder mit Steroid Injektionen behandelt. Für einzelne dringende Operationen wurden die Patienten nach Kathmandu verlegt. In Jhapa wurden wie bisher auch Konsultationen im Distrikt Gefängnis durchgeführt.
Im März 2018 fand wieder ein Medical Camp im Westen Nepals, in Jajarkot, statt. Dieses Camp war ebenfalls sehr erfolgreich. In Jajarkot führten wir bereits 2016 ein Medical Camp durch, damals mit einem riesigen Andrang von Patienten. Jetzt hatten wir zwar weniger Konsultationen von Patienten mit Rückenbeschwerden, jedoch ähnliche Zahlen von Patienten mit Schultersteife, welche erfolgreich mit einer Cortison Injektion behandelt werden konnten. Es zeigte sich, dass ein gutes Screening der Patienten durch die ansässigen Allgemeinpraktiker sinnvoll ist, was uns Zeit als auch Geld sparte. Somit konnten wir uns auf die mehrheitlich anspruchsvollen Operationen konzentrieren, welche an Zahl nicht abgenommen hatten. Patienten mit frischen Frakturen, vor allem Oberschenkel – und Unterschenkelfrakturen liessen sich zunehmend in den grossen Zentren operativ versorgen, teilweise mehrere 100 km von ihrem Wohnort entfernt. Häufig können die finanziellen Lasten nur mit Unterstützung der ganzen Sippe, oder mit Hilfe eines Darlehens ( zu Wucherzinsen) getragen werden. Nicht selten müssen die Bauern sogar einen Teil ihres Landes verkaufen. Bei Komplikationen wie Plattenbruch, Infektionen oder Pseudarthrose -Bildung können sie wegen Geldmangels nicht mehr im demselben Spital behandelt werden und suchen unserer Hilfe auf. Unverändert war die Anzahl der Kinder mit Fehlstellung nach Brüchen, Verbrennungsfolgen oder Missbildungen, welche eine Operation benötigten. Die Kosten des Camps beliefen sich auf US$ 21‘000.-
Im März brachte ich mein portables Ultraschallgerät mit, welches in der Schweiz nach Praxisaufgabe nicht mehr benötigt wurde. Leider war das vor 2 Jahren mitgebrachte nicht mehr neue Ultraschallgerät und eine Reparatur sehr teuer, sodass das Anästhesieteam in Kathmandu glücklich über mein Gerät war. Leider hatten wir damit kein zweites Gerät für die Medical Camps.
Ebenfalls konnte ich ein Arthroskopie Gerät mit vielen Shavern, welches ich als Abschiedsgeschenk von der Klinik Gut St. Moritz erhalten hatte, mitbringen. Sie hatten lediglich ein sehr altes Gerät von schlechter Qualität ohne Ersatztmaterial.
Das für den November 2018 geplante Medical Camp im Osten Nepals musste auf Februar 2019 verschoben werden, da die Regierung ein neues Gesetz erliess ohne Rücksprache mit der medizinischen Gesellschaft, wodurch jeder Arzt für Fehler haftbar gemacht werden kann. Im Prinzip eine gute Sache, nur wurden sogenannte Kunstfehler nicht definiert. Mit Recht befürchteten die Ärzte, dass jeder unzufriedene Patient mit Schadenersatz Forderungen kommt. Ein unabhängiges Gremium der Ärztegesellschaft zur Beurteilung, wie wir es kennen, wurde von der Regierung abgelehnt, worauf wiederholt Ärzte nur noch Notfälle behandelten. Die ganze Situation hat sich mittlerweile beruhigt, es wurden auch entsprechende Versicherungen abgeschlossen, ob diese allerdings jemals zahlen, sei dahingestellt. In abgelegenen Gebieten muss man aber auch mit tätlichen Angriffen rechnen.
Das privat geführte Heim für zerebral gelähmte Kinder erhielt finanzielle Unterstützung. Abklärungen wegen Physiotherapie und eventuell Schulung sind noch im Gange.
Die Stiftung unterstützte finanziell wieder die Behandlung von 2 Paraplegikern:
19jähriger Taglöhner und Bauer, Analphabet: die Lähmung hatte sich unter Rehabilitationstherapie leicht erholt, sodass er zu Hause kurze Distanzen mit Rollator gehen kann, ansonsten ist er weiterhin auf einen Rollstuhl angewiesen, braucht jedoch nur wenig Hilfe. Ausübung einer Arbeit dürfte auch in Zukunft kaum möglich sein, sodass er auf finanzielle Hilfe seiner Familie und seiner Ehefrau angewiesen ist.
40jähriger Bauer: Sturz vom Baum beim Pflücken von Blättern für seine Tiere (leider ist dies eine häufige Unfallursache), wohnt bei den Eltern mit seinen 2 Kindern, da ihn seine Ehefrau mit allem Ersparten verlassen hatte (verschwunden ist). Er benötigte auch eine plastisch- chirurgische Behandlung seines Decubitus. Er ist mittlerweile weitgehend selbständig im Rollstuhl. Auch seine Familie wird weiterhin mit finanziellen Problemen kämpfen.
Anfangs 2019 wird die Stiftung die Rehabilitation von 3 Paraplegikern finanziell unterstützen, ihre Behandlung ist noch nicht abgeschlossen.
Dr. Yubaraj Kharel vom NOH besuchte im Dezember das von Dr. Ruth Gonseth finanzierte Spital Ratnanagar in Chitwan zur Beurteilung einer Zusammenarbeit. Er hatte bei diesem Besuch 40 Patienten ambulant behandelt. In diesem bestens ausgerüsteten Spital können auch Operationen durchgeführt werden. Geplant ist jeweils die Sendung eines kleinen Teams vom NOH in 1 -2 monatlichen Abständen, wobei unsere Stiftung die Transportkosten übernehmen wird.

Sils Maria, 31.1.2019
Dr. Katrin Hagen, Präsidentin med-solutions

 

 

Jahresbericht 2017

Im Jahre 2017 konnten alle geplanten Projekte realisiert werden. Das erste orthopädische Medical camp fand bereits Ende Januar statt, erneut in Ramechhap, 5 Stunden östlich von Kathmandu. Wir waren dort bereits 2016. Diese mal konnten wir in einem von ausländischer Hilfe finanzierten Spital operieren, die Infrastruktur war viel besser, sodass wir keine Operationseinrichtungen mitnehmen mussten, lediglich Verbrauchsmaterial, Instrumente und Medikamente. Auch dauerte das Camp nur 3 Tage. Der ansässige Arzt und die Behörden waren wieder sehr hilfreich. Wir haben 368 Patienten untersucht und 28 Operationen durchgeführt, mehr Folgen von Verkehrsunfällen und Landwirtschaftsverletzungen, auch Tumore und sonstige Erkrankungen der Hände.Die drei folgenden Camps wurden über unsere Stiftung von Rotariern finanziert. Nach dem Erdbeben 2017 sammelte der Rotary Club St.Moritz 37‘000.- CHF für medizinische Hilfe. Bei diesem grossen Betrag stellte der Chefarzt des Nepal Orthopedic Hospitals, ebenfalls ein Rotarier, mit Hilfe des Rotary Clubs Lalitpur-Kathmandu den Antrag an die Rotary Foundation für Unterstützung der Projekte. Drei geplante Medical Camps wurden beschrieben und das voraussichtliche Budget zusammengestellt. Nach eingehender Prüfung der Projekte durch die Rotary Foundation bewilligten sie zusätzliche 18‘000.- US$. Damit konnten diese Medical Camps finanziert werden. Es wurde ein Camp, wieder ganz im Westen Nepals in Bajura, vom 27. März bis 4. April organisiert. Nach einem einstündigen Flug musste noch eine 10-stündige Bussfahrt bewältigt werden. Anfangs war die Strasse recht gut, die letzten 10 km waren jedoch im Bau, wir benötigten dafür 2 Stunden. Gewisse Abschnitte waren gefährlich, über steilen Abhängen kam der Bus zeitweise in bedrohliche Schräglage, wir zogen es vor zu laufen. Schlussendlich erreichten wir ohne Zwischenfälle Martadi. Diesmal halfen uns auch Mitarbeiter des nepalischen Roten Kreuzes. Die Infrastruktur war verhältnismässig gut, das grösste Hindernis war die Distanz des Bettentraktes zum Operationstrakt, circa 100 m ohne guten Verbindungsweg, so mussten die Patienten von Angehörigen und Helfern auf einer Bahre zum Bettentrakt getragen werden. Zum Glück regnete es nicht. Auch ein Assistenzarzt vom lokalen Spital, vom Nick Simons Institut finanziert, war uns eine grosse Hilfe. Wir haben in 5 Tagen fast 1700 Patienten medizinisch behandelt und 58 Operationen ausgeführt. Erwartungsgemäss waren hier wieder viele Kinder, welche Operationen benötigten, Verbrennungskontrakturen an den Händen, angeborene Missbildungen und Fehlstellung oder Infektionen nach Frakturen, aber auch Erwachsene mit frischen Frakturen. Grössere Operationen konnten wir hier nicht durchführen, unser Angebot, sich kostenlos in Kathmandu behandeln zu lassen, lehnten jedoch fast alle ab. Die Angst vor der grossen Distanz und der grossen Stadt war zu gross.Das dritte Camp wurde im Nordwesten des Landes, Simikot-Humla, nahe der tibetischen Grenze im September durchgeführt. Es liegt an der Pilgerroute zum heiligen Berg Kailas in Tibet. Die dort ansässige Ärztin, welche zusätzlich für die 20 Health Post in der Region verantwortlich ist, war sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Ihr Ehemann, ein Orthopäde von einem anderen Spital im Westen Nepals, Jumla, hatte uns während des ganzen Aufenthaltes bei Operationen assistiert und damit wichtige Erfahrungen gesammelt. Ein Ortsansässiger mit Sehbehinderung gründete eine Stiftung, anfänglich nur für Kinder mit Sehbehinderung, später aber auch für Kinder mit sonstiger körperliche Behinderung und schweren Schäden nach Unfallfolgen. Wir konnten etliche dieser Kinder behandeln. Auch nach unserer Abreise hatten wir guten Kontakt mit dem Leiter und wurden über den Verlauf orientiert. Der Orthopäde aus Jumla führte die Nachkontrollen nach 4 Wochen durch und entfernte auch die Drähte, welche zur Korrektur der Frakturfehlstellung eingebracht wurden. Er sendete uns einen Bericht, teilweise auch mit Photos. Simikot konnte nicht auf der Strasse erreicht werden, somit mussten wir das ganze Material, fast 1 Tonne, mit Kleinflugzeugen transportieren. Die private Fluggesellschaft führte diese Flüge mit 50%iger Ermässigung durch, trotzdem waren die Kosten wesentlich höher. Wir haben über 1000 Patienten ambulant behandelt und 55 Operationen durchgeführt.Das letzte, vierte Medical Camp wurde wieder im Osten des Landes, in Okhaldunga durchgeführt, in einem Missionsspital. Dieses war sehr gut ausgerüstet, sodass wir weniger Material mitnehmen mussten. Damit konnten wesentlich Kosten eingespart werden. Ich war bei diesem Camp nicht dabei. Es wurden 535 Patienten (es erfolgte durch die ansässigen Ärzte bereits eine Vorselektion) behandelt und 79 Operationen durchgeführt. Somit konnte das Budget des Rotary Clubs St. Moritz und der Rotary Foundation von total 57‘000.– US$ eingehalten werden.Wie bereits 2016 wurden auch 2017 die Rehabilitationskosten von drei mittellosen Paraplegikern im Spinal Injury Center Banepa nach sorgfältige Abklärung der finanziellen Verhältnisse übernommen. Es wurden uns auch die Namen und das Schicksal der drei Patienten übermittelt. Der Bericht nach Abschluss der Rehabilitation ist noch ausstehend.Wir haben den dringenden Kauf einer neuen Anästhesiemaschine für das Spital in Kathmandu mit CHF 10‘000.- unterstützt, da die alte nicht mehr repariert werden konnte. Bis dahin war es nur möglich in 2, anstatt in 3 Sälen zu operieren. Den Restbetrag konnte das Spital in monatlichen Raten abzahlen. Nach eingehender Abklärung in der Schweiz wegen eines Occasionsgerätes (selbstverständlich ohne Garantie), wäre ein 10-jähriges Gerät mit Transport und Zollgebühren fast gleich teuer gewesen. Häufig sind solche Geräte bereits nach wenigen Jahren kaputt.Unsere Stiftung hat im Jahre 2017 für 65‘000.- CHF Projekte finanziert (ohne die 18‘000.- US$ der Rotary Foundation).

Sils Maria, 1.2.2018
Dr. Katrin Hagen, Präsidentin med-solutions

 

 


Jahresbericht 2016

In diesem Jahr wurden von med-solutions 4 Medical Camps finanziert. Bereits ende Januar wurde das erste Camp ca 6 Stunden von Kathmandu entfernt durchgeführt. Dieses wäre eigentlich im November 2015 geplant gewesen, musste aber wegen der Wirtschaftsblockade im Süden Nepals verschoben werden. Erwartungsgemäss hatten wir weniger Patienten untersucht, aber trotzdem viele absolut notwendige Operationen durchgeführt. Hier handelte es sich in der Mehrheit vor allem um Verletzungsfolgen bei Erwachsenen, insbesondere Sehnenverletzungen.
Das nächste Camp im März war wieder im Westen, ebenfalls eine sehr arme Gegend und keine Touristendestination. Das Spital war sehr schlecht ausgerüstet, die dortigen jungen Assistenzärzte aber sehr motiviert. Wir hatten über 1400 Patienten untersucht und 70 mehrheitlich grosse Operationen ausgeführt, häufig Kinder mit Verbrennungsfolgen an den Händen. Aus Zeitmangel mussten wir etliche Operationen ablehnen, bei welchen ohne grösseren Schaden noch zugewartet werden konnte. 2 Kinder haben wir für aufwändige Operationen nach Kathmandu überwiesen und dort im NOH auf Kosten der med-solutions operiert.
Ein kleines Team vom Nepal Orthopedic Hospital reiste im September wieder in den Osten des Landes, es wurden dort nur Patienten untersucht, darunter über 150 Gefängnisinsassen. Zu einem späteren Zeitpunkt sind Operationen geplant.
Das 4. Camp war im November, ebenfalls ganz im Osten. Wir hatten dort bereits ein Camp im März 2014 durchgeführt. Dieses Spital wird jetzt vom amerikanischen Nick Simons Institute unterstützt, sie finanzieren auch die 3 Assistenzärzte , sodass jetzt immer 1-2 Aerzte dort anwesend sind. Früher betreute dieses Spital ein Gynäkologe, ein Allgemeinpraktiker war nicht dauernd anwesend. Die Assistenzärzte untersuchten vor unserer Ankunft viele Patienten , sodass wir uns auf schwierigere Patienten beschränken konnten. Oft suchten die frischverletzten Patienten die grossen Spitäler im Süden des Landes auf, diese Behandlungen waren aber nicht kostenlos, für notwendige 2.Eingriffe fehlten ihnen die finanziellen Mittel, da die ärmere Bevölkerung deswegen sich häufig stark verschuldete.
Neben verschiedener Ausrüstung für den Operationssaal konnten wir auch ein transportables Ultraschallgerät für die Anästhesie mitbringen, welches dringend benötigt wurde, da nach Möglichkeiten Regional Anästhesien und keine Vollnarkosen durchgeführt wurden. Für die medical camps haben wir für Regionalanästhesien einen Nervenstimulator mitgebracht, was für die Anästhesisten eine grosse Hilfe war.
Wie im Jahre 2015 finanzierte die Stiftung auch im Jahre 2016 die Behandlung und Rehabilitation von 3 Paraplegikern. Auch nach der Rehabilitation können diese Patienten oft nicht nach Hause zurück kehren, häufig sind es Bauern, da es nicht möglich ist, in diesen einfachen Häusern meist ohne Strassenzugang mit einem Rollstuhl zu leben. Das grösste Problem sind jedoch die Toiletten, welche sich ausserhalb des Hauses befinden, und meistens nur auf kleinen Wegen und oder Treppen erreichbar sind und aus einer bodenerdigen Schüssel bestehen. Zusammenklappbare Sitztoiletten sind dabei ein grosse Hilfe.
Der Rotary Club St. Moritz spendete 2015 CHF 37‘000.- für medizinische Projekte. Der vorgängige medizinische Direktor des Nepal Orthopedic Hospitals in Kathmandu, ebenfalls ein Rotarier leitete mit dem Rotary Club Lalitpur in Kathmandu das Gesuch an die Rotary Foundation, die Spende des Rotary Clubs St.Moritz zu ergänzen. Vor kurzem wurde dies bewilligt, sodass für 2017 für 3 Medical Camps der Betrag von $ 55‘000 zur Verfügung steht. Dadurch lässt sich auch ein sehr abgelegenes Camp im Nordwesten Nepals realisieren, welches nur auf dem Luftweg erreichbar ist.
Durch den Swiss Award Sparte Gesellschaft für die medizinischen Projekte in Nepal im Januar 2016 mit anschliessenden vielen Radio- Interviews und Zeitungsartikel wurden unsere Projekte in der grösseren Öffentlichkeit bekannt, es gab viele Spenden.
Für die 4 medical camps, Rehabilitation der Paraplegiker und Geräte und Ausrüstung für den Operationssaal wurden im Jahre 2016 gegen CHF 80‘000.- ausgegeben. Die administrativen Kosten beliefen sich auf knapp 2%.

Sils-Maria, 18. Januar 2017
Dr. Katrin Hagen, Präsidentin med-solutions foundation

 

Jahresbericht 2015

Nach einem erfolgreichen Jahr 2014 von 2 Medical Camps fand am 28.Februar die Versammlung des Stiftungsrates statt. Dabei wurde die Finanzierung von 2 weiteren Camps im Jahre 2015 beschlossen. Das Medical Camp in Bajhang welches vom 22.März bis 31.März 2015 dauerte wurde von der Stiftung medizinische Hilfe Heiden der Orthopädie Rosenberg, St.Gallen finanziert. Dr. Georges Wohlgensinger von der Orthopädie Rosenberg hatte daran teilgenommen. Ärzte, Krankenschwestern und das ganze Material wurde wie bei früheren Camps vom Nepal Orthopedic Hospital Jorpati in Kathmandu zur Verfügung gestellt. Es war ein schwieriges Camp, ganz im Westen Nepals mit einer Anreise von 1 ½ Tagen ,wobei ein Teil der Strecke mit dem Flugzeug zurückgelegt wurde. Dies ist eine sehr arme Gegend, touristisch nicht erschlossen. Bereits am ersten Tag hatten wir einen riesigen Patientenandrang, mehr als 600. Die örtliche Polizei sorgte für Ordnung und half auch bei der Registrierung. Wegen Erkrankung unseres Anästhesisten, musste dringend ein zweiter Anästhesist organisiert werden, welcher nach mühsamer 12 stündiger fahrt sofort die Arbeit aufnahm. Das Camp wurde um einen Tag wegen der vielen Patienten verlängert. Es war ein sehr erfolgreiches Camp; es wurden mehr als 1200 Patienten untersucht und über70 mehrheitlich grosse Operationen ausgeführt. Die definitiven Kosten waren 20‘000.- US$, 10% weniger als der Kostenvoranschlag.
3 Wochen nach meiner Rückkehr in die Schweiz erfolgte am 25.April 2015 das schwere Erdbeben im Kathmandutal und Umgebung. Innert 2 Stundensuchten mehr als 250 verletzte Patienten das Spital auf. Dazu kamen heftige Regenfälle und die hospitalisierten Patienten mussten mit ihren Betten in den Hof gebracht werden. Erste Hilfe erfolgte von Unicef, welche Zelte zur Verfügung stellte. Verschiedene Organisationen aus den USA sandten Unfallchirurgen und Material, welches allerdings wegen der Insuffizienz der Zollabfertigung teilweise tagelang, sogar wochenlang auf dem Flughafen liegen blieb. Glücklicherweise konnte man noch das meiste Material in Kathmandu kaufen, sodass das Spital dringend finanzielle Unterstützung brauchte. Auch med-solutions überwies 10‘000.- CHF zum Ankauf von Material und Nahrung für die Patienten.
Mit einer Reportage über die katastrophale Situation in Kathmandu erhielt unsere Stiftung viele Spenden zur medizinischen Versorgung der Erdbebenopfer. Die Spendenfreudigkeit war beeindruckend. Alle Spenden wurden persönlich verdankt.
Vom Rotary Club St. Moritz wurde der Stiftung ein Betrag von 37‘000.- CHF für die Erdbebenopfer überwiesen.

Die Schüler des Lyzeums Alpinum in Zuoz organisierten eine Spendenaktion, sie konnten den erfreulichen Betrag von CHF 5‘000.- der Stiftung übergeben.
Die Klinik Gut St.Moritz und die Annemarie Schindler Stftung überwiesen je CHF 15‘000.- für Finanzierung von Medical Camps.

Ich reiste Ende Juni nach Kathmandu um mit dem NOH die langfristige Hilfe der Erdbebenfolgen zu besprechen. Glücklicherweise wurde das Spitalgebäude selbst nur wenig beschädigt, aber empfindliche Geräte mussten ersetzt werden. Im Kathmandutal selbst wurden in verschiedenen Dörfern ambulante Patienten behandelt. Diese erhielten auch Hygieneartikel wie Seife etc.
Das ausserhalb des Kathmandutales gelegene Paraplegiker Zentrum wurde mit 15‘000.- CHF zur Behandlung von 5 Patienten unterstützt. Eine 3-monatige Rehabilitation eines Patienten und Hilfe bei der Integration in der Familie, inklusive Ankauf eines Rollstuhles oder anderer Hilfsmittel und Verbrauchsmaterial für Pflege belief sich auf einen Betrag von CHF3‘000.- Geplant ist eine Videodokumentation von 1 bis 2 Patienten. Viele von diesen Patienten hatten durch das Erdbeben Viele von diesen Patienten hatten durch das Erdbeben alles verloren.
Ein kleineres Medical Camp in Baglung, wenige Stunden von Kathmandu entfernt, wurde im Oktober von einem kleineren Team durchgeführt, Die Kosten beliefen sich auf CHF 9‘300.- Ich hatte nicht daran teilgenommen.
Weiter 10‘000.-CHF wurden zum Ankauf eines neuen Operationstisches sowie Blutsperren und anderer Geräte ans NOH überwiesen. Der Kauf eines portablen Ultraschallgerätes für die Anästhesie wurde beschlossen, es ergab sich die Gelegenheit ein günstiges neuwertiges Demonstrationsgerät zu kaufen. Ich werde es bei der nächsten Reise nach Nepal selbst mitnehmen um Bürokratie und hohe Zollgebühren zu sparen.
Das für den November geplante Medical Camp im Osten Kathmandus, in Rhamechap, am „Rande „ des Erdbebengebietes musste wegen politischer Probleme mit ethnischen Minderheiten verschoben werden. Die Wareneinfuhr an der indischen Grenze war blockiert, insbesondere aber Benzin, Diesel und Gas, sodass nicht nur die Touristen fernblieben, sondern wegen des akuten Benzinmangels der ganze öffentliche und private Verkehr lahmgelegt war. Restaurants mussten wegen Gasmangel schliessen. In Kathmandu wird fast ausschliesslich mit Gas gekocht. Zeitweise mangelte es auch an dringend benötigten Medikamenten. Vieles wird mittlerweile auf Schleichwegen importiert und zu überteuerten Preisen verkauft. 1 Liter Benzin soll bis zu 5.-CHF gekostet haben, fast ein Tageslohn eines einfachen Arbeiters. Das Camp ist nun für Ende Januar geplant, ich werde ebenfalls daran teilnehmen. Weitere Camps werden im April 2016 und November 2016 durchgeführt werden, wenn nötig zwischendurch auch kleinere Camps.
Da die Aufbauhilfe in Nepal hauptsächlich wegen der Regierung nur schleppend voran kommt, werden vorallem diejenigen Menschen, die alles verloren haben, auch in Zukunft medizinischen Hilfe benötigen, da für sie gute Behandlung an den übrigen Privatspitälern unbezahlbar ist.
Die Website wurde fertig gestellt und auch ein Dokumentar-Film von 10min und 30min angefügt, dieser kann auch direkt im Youtube unter dem Namen Katrin Hagen Nepal oder Medical Camps angesehen werden

Sils-Maria, 22. Januar 2016
Katrin Hagen, Präsidentin med-solutions

 

Jahresbericht 2014

Die Stiftung konnte im Jahre 2014 mehrere Aktivitäten verzeichnen. Mit der grosszügigen finanziellen Unterstützung von CHF 15‘000 der Klinik Gut konnte ein Medical Camp in Bhojpur östlich von der Hauptstadt Kathmandu in Nepal realisiert werden. Wie bei früheren Medical Camps wurde dieses Camp vom Nepal Orthopedic Hospital Jorpati in Kathmandu organisiert, Pflegepersonal und das ganze Material wurden zur Verfügung gestellt. Die Orthopäden und der Anästhesist arbeiteten während dieser Zeit unentgeltlich. Ich habe als Handchirurgin ebenfalls an diesem Camp teilgenommen, die Reisekosten nach Nepal und Aufenthalt in Kathmandu waren zu meinen Lasten.
Die Infrastruktur des kleinen Regionalspitals in Bhojpur war befriedigend, die lokalen Behörden und auch das Militär halfen nach ihren Möglichkeiten mit, was unsere Arbeit erheblich erleichterte. Während den 5 Tagen wurden fast 1200 Patienten untersucht und 65 Operationen ausgeführt.
Die Spendensammlung für Medical Camps war erfolgreich, eine Ausstellung mit Bildern von Nepal aus den 50er Jahren von Toni Hagen in der protestantischen Kirche in St. Moritz ergab einen Betrag von 4‘895.- .Die mehrmalige Videofilmvorführung vom Medical Camp in Bhojpur, brachte weitere Spenden ein. Durch Werbung in der Galleria Curtins in St.Moritz konnten ebenfalls Spenden erzielt werden.
So konnte im November 2014 ein zweites Medical Camp ganz im Osten Nepals durchgeführt werden. Der Andrang von Patienten war so gross, dass wir nicht alle behandeln konnten, auch bei den Operationen konnten wir zuletzt nur noch die allernotwendigsten ausführen, Arbeitszeiten von mehr als 12 Stunden waren nicht zu vermeiden. Während 3 Tagen wurden mehr als 1000 Patienten untersucht, und 70 mehrheitlich grössere Operationen vor allem bei Kindern durchgeführt.
Die Erfahrungen der letzten 6 Medical Camps haben gezeigt, dass die spezialärztliche Versorgung mit Zunahme der Distanz von den wenigen grossen Zentren schlechter wird, vor allem bei Kindern. Dies wirkt sich auch auf die Kosten der Medical Camps aus, die Teuerung in Nepal nimmt erschreckend zu, dazu kommen die schlechten Strassen und langen Anfahrtszeiten. Die bisherigen veranschlagten Kosten von CHF15‘000 dürften für die abgelegenen Camps nicht mehr ausreichen.
Die Neuorganisation der Stiftung zeigte sich ebenfalls positiv, insbesondere konnten viele Probleme aus den Jahren 2012 und 2013 von der neuen Geschäftsführerin Frau A.Motalli gelöst werden. Leider konnte bis Ende 2014 die Website noch nicht aktualisiert werden.
Durch einstimmigen Beschluss der Mitglieder werden keinerlei Spesen (Reisevergütung, Verpflegung) ausbezahlt.
Die Geschäftsführerin und die Buchhaltung wird kostenlos von der Klinik Gut zur Verfügung gestellt.
Die kleine Brochure wurde von E. Grafica Pontersina unentgeltlich angefertigt.
Für allgemeine Werbung wurde bisher kein Betrag aufgewendet, Spenden wurden ausschliesslich durch Vorträge, Ausstellungen und Werbung in den Praxen der Mitglieder erzielt .
Von der Stiftungsaufsicht in Bern erhielten wir den positiven Bescheid, dass die Stiftung ihre Tätigkeit fortsetzen kann.

St.Moritz, 26. Januar 2015
Dr.Katrin Hagen, Präsidentin

 

Jahresbericht 2013

Die Stiftung unterstützte im Jahre 2013 keine Projekte. Ende 2012 betrug das Stiftungsvermögen weniger als CHF 10‘000, sodass vom früheren Präsidenten Dr. Balthasar Wicki eine Auflösung der Stiftung in Erwägung gezogen wurde. Der Gründer der Stiftung, Dr. Georg Ahlbäumer wünschte jedoch eine Neuorientierung der Stiftung. Die Klinik Gut in St. Moritz beabsichtigte jährlich orthopädische Medical Camps in Nepal finanziell zu unterstützen, sodass es naheliegend war, diese Projekte in die med-solutions foundation zu integrieren. Deshalb wurde bei der letzten Sitzung des Stiftungsrates vom 22.10.2013 einstimmig beschlossen Katrin Hagen als neue Präsidentin zu wählen, Der Sitz der Stiftung wurde wieder nach St. Moritz zurück verlegt und die Klinik Gut offerierte die Kosten der neuen Geschäftsführerin Frau Ariane Motalli und der Buchhaltung zu übernehmen. Die Übergabe der gesamten Akten erfolgte erst anfangs 2014, sodass keine Sitzung des veränderten Stiftungsrates im Jahre 2013 möglich war. Am 10. Dezember 2013 wurde ein Benefizabend im Hotel Laudinella zugunsten der med-solutions foundation zur Finanzierung weiterer Medical Camps durchgeführt. Der Erlös betrug CHF1600.-
Am 29. Dezember 2013 erfolgte eine Ausstellung mit Bildern von Nepal aus den fünfziger Jahren von Toni Hagen in der evangelischen Kirche in St.Moritz, die gesamten Spenden für Nepal werden ebenfalls der med-solutions foundation überwiesen. Die Ausstellung dauerte bis anfangs Februar 2014.
Anlässlich der nächsten Sitzung des Stiftungsrates im Februar 2014 wird eine Anpassung der Statuten zur Finanzierung von Medical Camps in Nepal vorgenommen.
Im März 2014 findet ein weiteres orthopädisches Medical Camp in Nepal statt. Zur finanziellen Unterstützung für dieses Camp wurde ein Beitrag der Klinik Gut in St.Moritz zugesichert.

St.Moritz, 16.Februar 2014
Katrin Hagen, Präsidentin

 

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