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Bericht Medical Camp Jajarkot 31.3.- 7.4.2016

Jajarkot liegt im Westen Nepals, seit 2 Jahren mit einer Strasse erschlossen. Es liegt im hügeligen Mittelland, eine sehr arme Gegend und wird kaum von Touristen besucht, da die imposante Bergwelt fehlt. Es wird noch fast ausschliesslich mit Feuer gekocht, dementsprechend hatten viele Kinder Verbrennungen an Händen und Füssen. In Jajarkot und den umliegenden Tälern leben gegen 160‘000 Leute. Das Spital hat ca 15 Betten, und wird abwechslungsweise von 4 Allgemeinärzten betreut. Ein Operations- Trakt ist zwar gebaut, aber nicht in Betrieb, somit auch keine Wasserinstallation.
Vor dem Einrichten mussten wir zuerst alles putzen und die kaputten oder undichten Fenster mit Papier und Tücher zukleben. Ein grosser Wasserkanister wurde in den Vorraum gestellt. Der Generator war neu und funktionierte sehr gut, somit hatten wir zumindest keine Stromprobleme.
Da es bereits recht warm, gab es unzählige Fliegen im Operationstrakt, was insbesondere mir erhebliche Probleme bereitete. Die Nepalischen Ärzte waren daran gewöhnt, auch wenn es im guten Operationstrakt im Spital in Kathmandu keine Fliegen gab.
Der Andrang an Patienten war riesig gross, einige benötigten 2 Tagesmärsche um von uns behandelt zu werden. Es wurden in 4 Tagen gegen 1400 Patienten untersucht, davon brauchten 71 Patienten dringend eine operative Behandlung. 90% waren Kinder, die eine Operation benötigten, hauptsächlich Verbrennungsfolgen oder Fehlstellungen nach Knochenbrüchen, auch Missbildungen. Damit konnten sich beim Wachstum die Extremitäten normal oder zumindest besser entwickeln, was insbesondere für Hände und Finger notwendig war.
Die Nachbehandlung erfolgte entweder durch die Spitalärzte oder in weiter entlegenen Health Post. Geplant ist auch eine Nachkontrolle in einigen Wochen durch einen Orthopäden aus Kathmandu.
Da mittlerweile die meisten Handys besitzen, ist das Spital in Kathmandu über mögliche Komplikationen, insbesondere Infektionen recht gut orientiert. Alle Patienten erhalten während 2 Wochen Antibiotika, da es kaum resistente Keime gibt, ist die Infektionsrate erstaunlich gering.
Wegen dem grossen Patientenandranges konnten nicht alle Patienten operiert werden, eine Wiederholung des Camps, wahrscheinlich bereits 2017, ist vorgesehen.
Auch bei diesem Camp war die Zusammenarbeit mit den Ärzten und Krankenschwestern des Spitals sowie mit den örtlichen Behörden und der Polizei sehr gut. Sie sorgten für Patientenregistrierung und einen geordneten Ablauf

St. Moritz, 22.4.2016
Dr. Katrin Hagen

 

Bericht Medical Camp Bajhang Nepal
22.3.2015 – 31.3. 2015

Bajhang liegt ganz im Westen Nepals, ca 1000 km von der Hauptstadt Kathmandu entfernt. Der Westen Nepals gilt als der ärmste und rückständigste Teil Nepals, trotz vielen fruchtbaren Tälern. Der Distrikt Bajhang hat etwa 170‘000 Einwohner. Den Distrikthauptort Chainpur verbindet eine abenteuerliche sehr enge, jedoch asphaltierte Strasse mit dem guterschlossenen Tiefland Terai im Süden Nepals. Die Fahrt vom Tiefland dauert mehr als 8 – 9 Stunden, dabei werden auch 2 Pässe von gegen 3000m Höhe überquert. Der Lastwagen mit dem gesamten Material benötigte 3 Tage von Kathmandu bis nach Bajhang.
Wir Ärzte und die Mitarbeiter flogen in eine grössere Stadt im Westen Nepals, um die Reisezeit auf 2 Tage zu reduzieren.
Das Medical Camp wurde wieder vom Nepal Orthopedic Hospital Jorpati in Kathmandu organisiert, die Kosten wurden grössten Teils von der Orthopädie und Klinik Rosenberg, St.Gallen übernommen.
Unser Team setzte sich wie folgt zusammen: Dr. Georges Wohlgensinger Orthopäde und Handchirurg von der Klinik Rosenberg, 3 weitere Orthopäden sowie ein Assistenzarzt vom Nepal Orthopedic Hospital, ebenfalls ein Anästhesist und 5 Pflegefachfrauen für die Anästhesie, Operationssaal und Operationsvorbereitung. Ein Medical Officer war für die Medikamentenausgabe sowie Verbandwechsel zuständig. Der „Helper“, eine äusserst wichtige und unersetzbare Person: Er war verantwortlich, dass das ganze Material sicher nach Bajhang gebracht wurde, reinigte die Instrumente, reparierte den Sterilisator und andere Geräte, lagerte die Patienten und vieles mehr. Als Erster bereitete er morgens den Operationssaal vor, als Letzter räumte er alles auf und reinigte den Operationssaal.
In Chainpur, Bajhang gibt es ein kleines Spital mit etwa 20 Betten, ein Allgemeinpraktiker, welcher wie üblich in Nepal auch Sectio (Kaiserschnittopertionen ) durchführt, für diese Operation ist er auch für die Anästhesie zuständig. Wir hatten sehr guten Kontakt zu ihm, wichtig für die Nachbetreuung der Patienten. Es wurden uns auch einige Betten für die Patienten zur Verfügung gestellt, wir nahmen aber noch etliche Matratzen und Wolldecken mit. Für Nepali war es eine Selbstverständlichkeit auch am Boden zu schlafen. Da die Frauen meist ihre Kinder mitbrachten, schliefen zusätzlich zur Patientin noch bis zu 4 Kinder im gleichen Bett!
Der Andrang von Patienten am ersten Tag war riesig, schätzungsweise bis zu 300 Patienten warteten geduldig mehrere Stunden, wobei auch dieses mal die örtliche Polizei für Ordnung sorgte. Leider hatten wir für 3 Ärzte nur ein Sprechzimmer zur Verfügung, der Eingang zum Sprechzimmer wurde von Polizisten bewacht und die Patienten mit ihren Registrierkarten von ihnen aufgerufen. In 4 Tagen wurden 1200 Patienten behandelt.
Wegen Erkrankung des Anästesisten , musste vom Nepal Orthopedic Hospital kurzfristig ein anderer Anästhesist aufgeboten werden , innert 1 Stunde war er in Kathmandu auf dem Flughafen und erreichte am nächsten Nachmittag unser Camp um sofort mit der Arbeit zu beginnen. Durch diese Verzögerung und der grossen Anzahl von geplanten Operationen, vorallem bei Kindern, haben wir unser Camp um 1 Tag verlängert. Dadurch dürften ebenfalls die Kosten höher ausfallen.
Auch in diesem Camp hatten wir mit den üblichen Problemen zu kämpfen, es gab nur eine Operationslampe, die anderen waren defekt, und wir haben fast ausschliesslich mit unseren Stirnlampen operiert. Da der Operationssaal nicht abgeschlossen war, gab es dementsprechend viele Fliegen, wir haben schliesslich nur noch darauf geachtet, dass sich die Fliegen nicht direkt in die Operationswunde setzten. Deswegen erhalten alle operierten Patienten während mehreren Tagen ein Antibiotikum. Resistente Spitalkeime wie bei uns, kennt man dort nicht, zudem erhält die ländliche Bevölkerung nur selten ein Antibiotikum.
In den letzten Tagen des Camps haben wir alle 12 – 13 Stunden gearbeitet, wir haben in diesen 5 Tagen 78 Operationen ausgeführt, auch etliche mehrstündige Operationen bei schweren Verbrennungskontrakturen bei Kindern. Dazu kamen viele Korrekturoperationen nach Ellbogenfrakturen bei Kindern und vieles mehr.
Die Armut der Leute sowie die schlechte medizinische Versorgung zeigte sich in der überdurchschnittlich grossen Patientenzahl und Operationen.
Der Kostenvoranschlag belief sich auf US$ 22‘000.- die definitiven Kosten dürfte nun höher ausfallen.
St.Moritz, 13.4.2015, Dr.Katrin Hagen

 

Bericht Medical Camp Phidim
17.11. bis 22.11.2014

Phidim liegt ganz im Osten Nepals, nahe zur indischen Grenze bei Darjeeling.
Phidim ist ein aufstrebender Bezirkshauptort, insbesondere Ausgangspunkt in verschiedene Richtungen durch den Ausbau des Strassennetzes. Der Ort mit der näheren Umgebung hat 40‘000 Einwohner, das ganze Einzugsgebiet etwa 200‘000 Einwohner.
Phidim besitzt ein Bezirksspital mit 3 Ärzten, auch ein Gynäkologe. Das Spital hat einen Operationssaal und etwa 30 Betten. Ein grösseres Spital ist 240km entfernt, man benötigt zwischen 7 und 9 Stunden, mit den öffentlichen Verkehrsmittel bis zu 12 Stunden.
Bei unserer Ankunft gab es eine kleine Willkommenszeremonie von den örtlichen Behörden, welche auch dieses Mal sehr hilfreich waren, zum Abschluss auch ein gemeinsames Nachtessen.
Als wichtiger Knotenpunkt hat es in Phidim mehrere Hotels, recht gute Zimmer, teilweise sogar mit eigener Dusche und WC, auf Wunsch auch warmes Wasser. Der Koch bemühte sich sehr um ein abwechslungsreiches „Dal Baht“, Reis mit Linsen und Currygemüse und sehr schmackhaften Snacks. Zum Frühstück gab es sogar gelegentlich Brot (mit Gemüsesuppe).
Wie bei früheren Medical Camps wurde das Ganze vom Nepal Orthopedic Hospital Jorpati in Kathmandu organisiert. Auch dieses Mal reiste ein Team von 14 Mitarbeitern nach Phidim. Es bestand aus 2 erfahrenen Orthopäden, zwei orthopädischen Assistenten, einem Anästhesisten, einem Administrator und acht Krankenschwestern und medizinischen Mitarbeitern. Eine ganz wichtige Person ist der „Allrounder“, er fährt bereits je nach Distanz 1-2 Tage früher mit dem Lastwagen und der Ausrüstung an den entsprechenden Ort und beginnt mit dem Einrichten der notwendigen Infrastruktur. Er repariert nötigenfalls mitgebrachte Geräte wie Sterilisator, Lampen, Instrumente und ist auch der Hauptverantwortliche für die Sterilisation der Instrumente.
Wir brachten einen neuen Generator von 5000 Watt mit, da wie überall die Stromversorgung ungenügend ist. Damit konnte eine permanente Stromversorgung der Anästhesiegeräte und des Sterilisators gewährleistet werden. Ungenügend waren hingegen immer noch die Operationsleuchten. Alle drei im Operationssaal eingerichteten Operationslichter funktionierten nicht mehr. Auch dieses Mal musste wir wiederholt mit Taschenlampen und mit Stirnlampen operieren.
Wir behandelten über 1000 Patienten, die meisten mit Gelenkschmerzen oder Rückenschmerzen, sie waren auch mit einem Schmerzmittel zufrieden. Nach 3 Tagen konnten wir nur noch dringende Fälle und Kinder untersuchen, da wir nicht genügend Medikamente dabei hatten. Wir haben aber auch viele schwerwiegende Probleme gesehen, Viele Kinder mit Fehlstellungen der Ellbogen nach Frakturen, Kinder mit angeborenen Klumpfüssen oder Spätfolgen von anderen Verletzungen. Bei den Erwachsenen standen frische und alte Verletzungen im Vordergrund. Während 4 Tagen wurden 70 Patienten operiert, mehrheitlich grössere Operationen, sodass das Team häufig bis abends 21 oder gar 22Uhr arbeiten musste. Dazwischen wurde der Operationssaal vom Gynäkologen für Sectio (Kaiserschnitt) benötigt.
Ohne den mitgebrachten Generator mit regelmässigem Strom für die Anästhesiegeräte und den Sterilisator hätten wir nicht so viele Operationen ausführen können.
Trotzdem mussten wir mehrere Operationen absagen, für grosse Operationen wurde den Patienten ein Behandlung im Spital in Kathmandu kostenlos offeriert. Erfahrungen von früheren Camps zeigten, dass etliche die Chance nutzten.
St.Moritz, 12.12.2014 Dr.Katrin Hagen

 

Bericht Medical Camp Taplejung 8.3. 2013 bis 15.3. 2013
finanziell unterstützt mit US $ 12’000.- von Klinik Gut, St.Moritz

Taplejung liegt ganz im Osten Nepals nahe der indischen Grenze und Darjeeling. Taplejung, Distriktshauptort, hat circa 5000 Einwohner und liegt auf 1700m Höhe. Nördlich und östlich reicht der Distrikt bis an die tibetisch-chinesische Grenze. Im Osten zur Grenze zu Indien liegt der mehr als 8000m hohe Kanchenzonga. Mehrere Täler nordwestlich gehören auch zum Distrikt. Die zum Teil sehr abgelegene Bergtäler, mit Verbindung nach Norden nur über 5000m hohe Pässe ins Tibet, sind zwar gegen Süden offen, häufig geht der Weg durch tiefe Schluchten oder Pässe bis 3500m . Im ganzen Distrikt leben ca 38000 Einwohner. Durch die Abgeschiedenheit ist die Bevölkerung meist sehr arm. Seit vor 2 Jahren die Strasse nach Taplejung gut ausgebaut wurde, ist dieses Gebiet besser zugänglich, auch für den Tourismus im Kanchenzonga- gebiet. Von Kathmandu fliegt man zum östlichsten Flugplatz im Tiefland wenige Kilometer von der indischen Grenze entfernt. Die reine Fahrzeit vom Flughafen Badrapur bis nach Taplejung beträgt ca 7 Stunden, wobei 3 Pässe zwischen 2500 und 3000 m auf einer äusserst kurvenreichen Strasse überquert werden.
Eine Sherpani aus einem dieser abgelegenen Bergtäler, welche sich sehr für diese Region einsetzt und vor einigen Jahren auch einen Ministerposten innehatte, half vor allem bei Vermittlung mit lokalen Behörden und Bekanntmachung des orthopädischen Camps bis in die abgelegenen Täler.
Somit wurde mit einem grossen Andrang gerechnet und das Nepal Orthopaedic Hospital Jorpati von Kathmandu hat entsprechend mehr Ärzte und Personal und Material organisiert.
Dazu kam, dass die Infrastruktur des dortigen Spitals äusserst bedürftig war.
Wir waren insgesamt 5 Ärzte, 2 Orthopäden, 2 Assistenzärzte und ich als Handchirurgin. Dazu 1 Anästhesiearzt, 1 Anästhesiepflegefachfrau, 4 Operationsschwestern und 1 Op Helfer. Für die Logistik kam der Verwalter des Spitals aus Kathmandu selbst mit. Das Material wurde bereits 2 Tage vorher dorthin transportiert, auch die beiden Chauffeure halfen während des Camps fleissig mit, bedienten den Sterilisationsapparat, und halfen bei sonstigen technischen Problemen.
Wegen des grossen Patientenandranges waren wir froh über die Mithilfe von 2 Amerikanerinnen, welche in Nepal lebten und gut nepalisch sprachen. Auch das dortige Rote Kreuz unterstützte uns.

 

 

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